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Diskussionsbereich
zum Thema "Absetzreihenfolge" fuer Fallschirmspringer
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Inhalt: |
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1.
Artikel Absetzreihenfolge von Michael Plünnecke im FF-Express
5/2004 |
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2.
Gegendarstellung von Mahle im FF-Express
6/2004 |
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3.
Stellungnahme von Plü zu Mahles Artikel,
sowie weitere Erläuterungen |
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4.
weitere Kommentare |
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Datum
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Beitrag
von:
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Beitrag
des Teilnehmers
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05.2004
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Plü,
Team
Free Flight ParateC
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1.
Artikel Absetzreihenfolge von Michael Plünnecke im FF-Express
5/2004
Wer,
wann, warum und wieso?
Die
Absetzreihenfolge - eine Betrachtungsweise aus einem anderen Blickwinkel
Wer
geht zuerst, Freefly oder RW? Eine in den letzten Jahren immer
häufiger gestellte und diskutierte Frage an allen Sprungplätzen
der Welt.
Wie
einfach es doch früher war, als die Zielspringer flach abgesetzt
wurden und der Rest, sortiert nach Gruppengröße, aus
voller Höhe sprang. Hier und da war mal ein Freestyler, Skysurfer
oder taumelnder Freakflyer dabei, den man dann ans Ende oder den
Anfang des Jumpruns packte. Alle hatten annähernd gleiche
Freifallzeit und gleiche Abdrift.
Dann
kamen immer mehr Freeflyer dazu, die schneller waren und damit
auch kürzere Freifallzeiten hatten. Wohin nun mit diesen
Leuten, an den Anfang oder ans Ende. Einige sind der Meinung sie
gehören an den Anfang, da sie schneller sind und so den Relativern
nicht auf den Kopf springen können. Andere sehen sie lieber
nach den Relativern, da ihre Freifalldrift geringer ist. Würden
sie vorhergehen, kann es passieren, dass die darauf folgende RW
Gruppe im Freifall über sie schmiert und es bei der Schirmöffnung
eng werden kann. Schön wäre es, wenn eine Gruppe Recht
hätte. Es haben aber leider beide Recht. Dies macht die Sache
ein wenig komplizierter.
Die
Freifalldrift bestimmt sich durch die Stärke des auf den
Springer einwirkenden wahren Windes, sowie die Verweildauer im
Freifall. Da die Relativspringer aufgrund ihrer niedrigeren Fallgeschwindigkeit
etwa 10 Sekunden längeren Freifall haben, sind sie dem wahren
Wind 10 Sekunden länger ausgesetzt und haben dementsprechend
auch eine größere Abdrift. Sie entspricht dem Verhältnis
60sec. / 50sec.
Das
bedeutet, dass die Relativgruppe eine um 1/5tel größere
Abdrift hat, als die Freefly-Gruppe. Hinzu kommen noch die verschiedenen
Exitarten. Während man beim Freefly meistens in den Wind
sticht, bietet man beim RW-Exit dem Wind sofort eine
große Angriffsfläche. Das bedeutet, dass die Wurfparabeln
sehr unterschiedlich sind. Die der Freeflyer ist flacher als die
der Relativer. Das wiederum bedeutet, dass die Abdrift der Relativer
noch weiter vergrößert wird. Dieser Wert ist jedoch
sehr schwer oder gar nicht zu errechnen, da die Exitvarianten
im Freefly sehr unterschiedlich sein können. Geht man hier
von einem weiteren Fünftel aus, dann ist man wohl bei allen
Varianten auf der sicheren Seite.
Wäre
der Sprung nach Beendigung der Freifallaufgaben zu Ende, so würde
man sich wohl leicht auf eine Absetzreihenfolge verständigen
können. Ist er aber nicht. Da gibt es noch die Separation,
die Schirmöffnung, die Schirmfahrt, die Landeeinteilung und
die Landung.
Liest
man die Unfallberichte der letzten Jahre, so kann man leicht feststellen,
dass sich die allermeisten Unfälle, sowohl tödliche
als auch nicht tödliche, nach der Schirmöffnung an einer
vollständig tragfähigen Kappe ereignen. Man liest von
Kappenkollisionen in geringer Höhe, zu tiefen letzten Drehungen
und Springern die zu unerfahren sind, zu kleine Schirme springen
und zu leichtsinnig damit umgehen. Dieses ist das berühmte
menschliche Fehlverhalten in Gefahrensituationen, das in unserem
Sport für die meisten Unfälle verantwortlich ist. Bleibt
die Frage, wie diese Gefahrensituationen entstehen und wie man
sie ausschalten oder verringern kann!
Bei
nahezu all den Unfällen, die ich in den letzten Jahren mit
ansehen musste, war der Luftraum im Landeanflug sehr voll. D.h.
es wollten viele Springer gleichzeitig auf einer Landewiese landen.
Dabei kann man schon mal jemanden übersehen oder muss in
niedriger Höhe ausweichen oder kann im geplanten Moment die
letzte Drehung nicht ausführen, da noch andere Kappen im
Weg sind, wartet, ändert den Plan nicht und ist dann zu tief.
Leider kann man den meisten Unfallberichten die vorangegangenen
30 Sekunden nicht entnehmen. Warum hat jemand zu tief gedreht
oder warum ist es zu der Kappenkollision gekommen.
In
der gesamten Fliegerei gibt es für diese Probleme eine Lösung:
Höhenseparation!
Die
Höhenseparation stellt sicher, dass sich Flugzeuge nicht
auf Kollisionskurs befinden und dennoch das gleiche Ziel ansteuern
oder ihre Flugbahnen kreuzen können. Man wird bei der Fliegerei
auch grundsätzlich nicht sehen, dass mehrere Flugzeuge zugleich,
oder kreuz und quer landen, da man weiß, dass man beim Landeanflug
genug mit sich selbst zu tun hat und jeder andere Flieger in der
Nähe eine nicht zu kalkulierende Gefahr darstellt.
Dies
gilt nicht nur für die Motorflieger, sondern auch gerade
für die Segelflieger, die nicht mal soeben durchstarten oder
eine Ausweichrunde fliegen können.
Womit
wir wieder bei den Fallschirmspringern wären.
Die
Entwicklung im Fallschirmbau in den letzten Jahren hat einen rasanten
Kurs eingeschlagen. Während vor ein paar Jahren noch Stiletto
und Co. das Maß aller Dinge waren, gehören sie heute
eher der Treckerfraktion an. Zu den langsamen Kappen mischen sich
mehr und mehr immer kleinere, schnellere, gierigere Schirme. Und
diese entwickeln sich mehr und mehr zu pfeilschnellen Fluggeräten.
Landeanflüge mit solch schnellen Schirmen beginnen schon
in 400m Höhe, Hookturns werden in 250 300m Höhe
angesetzt. Da bleibt kaum noch Spielraum für Fehler oder
Ausweichmanöver. Da muss der Luftraum frei sein. Für
jemand an einem 170er PD ist das kaum nachvollzieh- und einschätzbar,
was die Sache noch gefährlicher macht. Ich bin mir sicher,
dass viele Leute ihre Schirme im freien Luftraum sicher landen
können, aber überfordert sind, im Landeanflug auch noch
einen vollen 3-dimensioalen Raum überwachen zu müssen,
und es so zu vielen vermeidbaren Unfällen kommt.
Daher
erscheint es sehr wichtig, den zur Verfügung stehenden Luftraum
zu entzerren und eine bessere Höhenseparation am Fallschirm
zu gewährleisten, damit der Landeanflug für jeden Springer
frei ist oder man einfach mehr Platz für Fehler hat. Bei
Nachtsprüngen, Zielsprüngen und Swoop-Contests ist dies
schon lange ein großer Sicherheitsaspekt. Um sicher und
nacheinander landen zu können, ziehen die ersten tiefer und
die nächsten dann gestaffelt immer höher. Dies ist natürlich
im normalen Sprungbetrieb nicht möglich. Hier kann man die
verschiedenen Freifallgeschwindigkeiten produktiv oder aber auch
kontraproduktiv zur besseren Höhenseparation am geöffneten
Fallschirm nutzen.
Geht
eine RW-Gruppe vor einer Freefly-Gruppe und lässt die Freefly-Gruppe
10 Sekunden Abstand, dann werden beide Gruppen zur gleichen Zeit
den Schirm öffnen und somit auch in gleicher Höhe am
Schirm hängen. Wenn nicht sogar die Freeflyer die Relativer
schon im Freifall überholt haben. Dies bedeutet, dass der
Luftraum voll und unübersichtlich ist. Also genau das Gegenteil
dessen, was erreicht werden sollte.
Ein
weiterer Aspekt in diesem Zusammenhang ist, dass beide Gruppen
zur gleichen Zeit und auf gleicher Höhe gegeneinander separieren.
Sollte nun eine Gruppe in die Richtung der anderen geschmiert
sein, könnte dies fatale Folgen haben.
Das
horizontale Schmieren ist im Übrigen im Freefly
nicht zu unterschätzen. Durch die hohen Geschwindigkeiten
und die im Verhältnis zur Normalanströmung ( z.B. im
Headdown) recht großen Ruderausschläge der Arme und
Beine oder kleine Winkeländerungen der Körperlängsachse
können große horizontale Effekte hervorgerufen werden.
Besser
sieht die Situation da schon aus, wenn die Freefly-Gruppe vorgeht.
Lässt jetzt die RW-Gruppe die 10 Sekunden + die 2/5tel für
die Mehrabdrift + Sicherheitspuffer = 15 Sekunden Abstand, dann
werden die Freeflyer 25 Sekunden eher am Schirm hängen, als
die nachfolgenden Relativer. Daraus folgt eine Höhenseparation
der beiden Gruppen, die es erlaubt, innerhalb der einzelnen Gruppen
eine Landestaffelung auszufliegen.
Der
um 50% größere Abstand zwischen den letzten Freeflyern
und der ersten RW-Gruppe gewährleistet eine sichere horizontale
Separation der Gruppen. Sollte jetzt doch einmal eine Gruppe in
die Richtung der anderen geschmiert sein, so fällt
die RW-Gruppe auf die Freefly-Gruppe, die aber schon 25 Sekunden
am Schirm Höhe vernichtet hat und deshalb wesentlich tiefer
hängt, als bei umgekehrter Reihenfolge, wo beide Gruppen
ineinander separieren würden oder sich sogar im Freifall,
beim Überholen mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten,
treffen könnten. Dies ist in diesem Falle kein wirklicher
Sicherheitsaspekt, aber immerhin besser als andersherum.
Der
hier um 5 Sekunden verlängerte jumprun führt, bei einer
Groundspeed von 80ktn, zu einer zu vernachlässigenden Verlängerung
von 0,107 Meilen Des Weiteren ist auch nicht die Länge des
jumpruns für das Heimkommen der letzten das Maß der
Dinge, sondern der Abstand zwischen der ersten und der letzten
Gruppe am geöffneten Fallschirm.
Der
längere Sicherheitsabstand zwischen letzter Freefly-Gruppe
und der erster RW-Gruppe wird ja im Freifall wieder aufgefressen.
Dafür ist er ja da. Das heißt, dass die horizontalen
Abstände der Gruppen am Schirm wieder auf einen normalen
Wert zusammendriften und es zu keiner nennenswerten Veränderung
dieses Wertes kommt. Es muß einfach nur soviel Mehrabstand
gehalten werden, dass ein sicherer horizontaler Abstand für
die Schirmöffnung der einzelnen Gruppen gewährleistet
ist. Dieses bringt keinerlei Nachteile, sondern nur den Vorteil
der besseren vertikalen Schirm-Separation.
Eigentlich
dürfte sich auch an der Länge des jumpruns nichts ändern,
da, auch wenn die Freeflyer nach den Relativern gehen, die Schüler,
AFF oder die Tandems, mit und ohne Video, diesen um 50% längeren
Sicherheitsabstand sowieso schon einhalten sollten, da auch sie
auf dem Bauch unterwegs sind und nach den Freeflyern gehen. Denn
was wäre dann, wenn einer dieser Bauchflieger eine Reserve
hat und diesen zusätzlichen Sicherheitsabstand nicht eingehalten
hat. Bei dieser Regel gehen die Freeflyer ja gar nicht zuletzt,
sondern in der Mitte.
Letztendlich
ist noch zu beachten, dass bei Null- oder Schwachwindsituationen,
wenn die erste Gruppe vor dem Landefeld die Schirme öffnet,
nicht in den Jumprun geflogen wird, bevor die nachfolgende Gruppe
gesichtet ist oder am Schirm hängt. Aber diese Regel ist
sowieso eine Grundregel, die immer ihre Anwendung finden sollte.
Mein
Team und ich haben dies nun schon seit weit mehr als 1000 Sprüngen
auf unserem Sprungplatz ausprobiert. Eine gefährliche Situation
bezüglich der Freifalldrift ist uns dabei nicht begegnet.
Einzig die Landeanflüge im freien Luftraum waren anfangs
ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Plü, Team Free Flight ParateC
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06/2004
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2.
Gegendarstellung von Mahle im FF-Express 6/2004
Selbstverständlich
ist es richtig, der tatsächlichen Abdrift unterschiedlicher
Fallraten Rechnung zu tragen. Dazu gibt es mittlerweile Abdrift-Kalkulationsprogramme
nebst Grafikdarstellung, die eindrucksvoll veranschaulichen, was
eigentlich da oben Fakt ist. Dabei ist das in dem Artikel in Kauf
genommene Übereinandergeraten von langsam und schnell fallenden
Gruppen allerdings inakzeptabel. Insgesamt könnte sich die
Lage meiner Meinung nach schon verbessern, wenn bei den hierzulande
üblichen Anfügen alle zum abgemachten Zeitpunkt abspringen
und nicht ewig in der Türe abhängen.
Die
im genannten Artikel erwähnte scheinbare Innovation der Höhenseparation
ist dabei völlig deplaziert, da sie sich auf den Horizontalflug
bezieht. Hinzu kommt, dass diese bei mehreren Upright- bzw. Bauchfallgruppen
nacheinander gar nicht passiert, sondern nur zwischen dem letzten
Schnell- und dem ersten Langsamfaller auftreten würde. Des
weiteren sinken Fallschirme, unterliegen derweil der natürlichen
Abdrift und haben dazu je nach Wingload ein Zeitlimit bis sie
aufsetzen. Das wirkt sich am Ende bestimmend auf den Absetzpunkt,
die Öffnungshöhe und die Flugstrecke über Grund
aus.
Das
verlangt Fähigkeiten, Fertigkeiten und Entscheidungen, um
sich angemessen in der gegebenen Situation zurecht zu finden.
Keine der mir bekannten Springerlandewiesen auf den Sprungplätzen
ist dabei so klein, dass es zwangsläufig zum genannten Verkehrschaos
kommen muss. Dabei vermisse ich im Artikel die Idee der verschiedenen
Landezonen. Wenn es angemessen ausgewählte Landezonen gibt,
dann ist die Lufttraumverteilung sowieso aufgelockerter. Eng wirds
eigentlich immer nur dann, wenn zwei oder mehr Springer zuviel
Ego an den Tag legen.
Aber
das ist ja so noch nie vorgekommen und alle Springer halten selbstverständlich
auch immer den korrekten Abstand beim Exit ein. Natürlich
weiß jeder Springer, nachdem er am Schirm hängt, wo
die anderen fallen werden. Genauso natürlich haben alle Springer
mit schnellen Fallraten auch sehr hoch beladene Schirme. Und natürlich
nehmen alle auf die Kappen Rücksicht, die zum landen gehooked/gecarved
werden müssen.
Dabei
bleibt es weiterhin fraglich, warum die Erfahrungen etlicher renommierter
Dropezones offensichtlich ignoriert werden? Hat nicht Skydive
Arizona schon 1997 wieder auf langsame Fallraten vor schnellen
Fallraten umgestellt und mehrere Landezonen eingerichtet?
Natürlich
spielt der Höhenwind und die Art des Anfluges eine Rolle.
Allerdings stoßen wir jetzt an die Grenzen von Pauschalbeschreibungen.
Der Höhenwind kann drehen, es kann Scherwinde, Stärke-
und Richtungschwankungen geben. Wir arbeiten daher immer mit Näherungswerten,
welche mit genügend Sicherheitspuffer versehen werden sollten.
In der Regel sollen die verschiedenen Exits 250-300m auseinanderliegen.
Bei 80Kn Airspeed ergibt das je nach Flug- und Windrichtung eine
bestimmte Geschwindigkeit über Grund. Diese entscheidet am
Ende über die Zeit zwischen den Absprüngen. Je nachdem
also zwischen 5sec bei ordentlich Rückenwind und bis 15-25sec
bei starkem Gegenwind. Kritisch wird es, wenn im Freifall unkontrolliert
gedriftet wird. Da hilft nur mehr Exitabstand bzw. Üben quer
zur Absetzlinie. Das ist allerdings für Anfänger und
Intermediatespringer im Bauchfall besser zu kontrollieren als
im Upright. Somit wären zum größten Teil die schnellen
Fallraten auch für diese Problem und daher für dessen
Lösung verantwortlich. Zum Beispiel mit ausreichend hohem
Ziehen.
Nur
wer zieht denn jetzt wie hoch, an welcher Stelle, mit welchem
Vorhaben, in welcher Gruppengröße, mit welchem Wingload?
Das Ganze ist somit weitaus komplexer und hat viele Variablen.
Speziell die Swooper sollten dabei auf einen dem Vorhaben und
den Bedingungen angepassten eigenen Anflug mit Höhenstaffelungen
beim Ziehen bestehen. Erst recht, wenn dabei Mit- oder Crosswindlandungen
in betracht gezogen werden. Bei Mischloadanflügen wäre
das wahrscheinlich auf Dauer chaotisch, wenn nicht sogar fatal.
Rechnerisch
könnte ein moderner Flächenfallschirm bei null Wind
aus 800m mit einem Gleitverhältnis von 1:3 = 2,4km weit fliegen.
Je nach Rückenwind und auf der Windachse sogar bis zum Doppelten
dieser Strecke. Das Absetzen ist also eine Frage des richtigen
Positionsspielraums. Bei gängigen Anflügen über
1,0 bis 1,5 nautische Meilen ist das für alle eigentlich
eine machbare Geschichte.
Dabei
gibt es jetzt natürlich Springer, welche sich einen so hohen
Wingload erlauben, dass diese Allgemeinheitsrechnung nicht mehr
anwendbar ist. Aber muss deswegen die Allgemeinheit diesen ausgelebten
Luxus verantworten?
Dazu
kommt die notwendige Geschwindigkeitserhöhung zur Landung
dieser hoch beladenen Kappen. Der dabei benötigte Luftraum
steht oftmals in keinem Verhältnis zum herrschenden Landeverkehr.
Dabei bestehe ich hier nicht einmal auf die existierenden Vorfahrtsregeln.
Am Ende wird es die Übersicht und das Können des Schnellfliegers
beweisen müssen, ob er seinen Plan tatsächlich ausführen
kann oder ob der Egotrip diesmal aus Sicherheitsgründen ausfallen
sollte. Es besteht zudem immer die Möglichkeit, dass irgendein
Springer tiefer als geplant zieht oder er eine Reserve bzw. eine
Auslösung durch den Öffnungsautomaten hat. All dies
sollte mit in die Objektivität einer Sprungbetriebsplanung
einfließen. Ferner steht über all dem die dauernde
Fort- und Weiterbildung der Springer durch die Sprungbetriebsleiter,
damit sie die Chance haben zu wissen was für unseren Sport
wichtig und richtig ist.
Jetzt
muss man sich zudem einen Tag vorstellen, an dem plötzlich
viele Kleingruppen in der Maschine sitzen und es zum Unterbrechen
des Anfluges und somit zu einem Gegenanflug oder einem zweiten
Anflug kommt. In einem solchen hochdynamischen Fall müssen
all unsere Überlegungen trotzdem funktionieren. Speziell
Tracksprung-Absolventen oder Wingsuitspringer sind dann gefragt,
wie nach dieser Änderung wohin im Luftraum improvisiert werden
muss. Sichteinschränkungen durch Wolken können dabei
schnell das vorhanden Know-How an seine Grenzen bringen.
Ebenfalls
ein Thema sind unplanmäßige Außenlandungen. Grundsätzlich
sollten beim Absetzen alle die Chance haben zur Landezone zu kommen.
Gehen wir von einem natürlichen Gegenwindanflug aus, möchte
niemand mit einem geringen Wingload zu früh und niemand mit
einem hohen Wingload zu spät springen. Notfalls muss man
zwei Anflüge machen.
Zusammenfassend
liegt für mich klar auf der Hand, dass wenn ein hierzulande
üblicher Gegenwindanflug gemacht wird, es zu folgender Exitorder
kommen muss. Bezogen auf eine gleiche Auslösehöhe aller
Sportspringer und unter Berücksichtigung der Abdriften:
Skysurfer
mit großem Board, Langsame Fallraten von Groß- nach
Kleingruppe, schnelle Fallraten von Groß- nach Kleingruppe,
Skysurfer mit kleinem Board, Hochzieher (gestaffelt) von langsamer
nach schneller Fallrate, AFF(s), Tandem(s), Wingsuit(s); Die Exitabstände
sind gemäß der Höhenwindinformation des Piloten
abgestimmt. Unbenommen davon sind Sonderregelungen innerhalb der
Exitorder, wann in bestimmten Fällen einige Sekunden länger
gewartet werden soll.
Natürlich
hat der Autor des Artikels recht, indem er sagt, dass man immer
nur den Unfall und nicht die 30sec davor sieht. Das ist aber ja
auch unsere hochgepriesene Freiheit und Eigenverantwortung, selbst
einzuschätzen wann was geht und was nicht.
Auf
jeden Fall bringt die oben vorgeschlagene Exitorder mehr Sicherheitsspielraum
mit sich. Sei es, dass einer zu schnell hinterher geht, oder einer
eine Reserve hat, oder einer sich im Sprung entschließt
höher bzw. tiefer zu ziehen. Unabhängig davon sind das
Verhalten unterm Schirm, die Übersicht im Luftverkehr und
der gewählte Landeanflug auf das vorgegebene oder selbstgewählte
Ziel. Den Rest müssen dann die Skills der Springer auf die
Waage bringen. Und falls hier einer zu wenig davon hat, dann möge
man Ihn oder Sie zur Seite nehmen und es Ihm bzw. Ihr beibringen.
Wir alle sind in so einem Fall betroffen und gefragt. Wer dabei
den anderen die Schuld gibt, dass der eigene Endanflug nicht perfekt
auszuführen war, der sollte mehr an seinem Ego und seiner
Kommunikationsfähigkeit gegenüber seiner Umwelt arbeiten.
Oder dort landen, wo er für sein vorhaben genug Platz vorfindet.
Diese Form der Rücksichtnahme ist dabei in vielen Sportarten
eher üblich. Leider fördern erfahrene Fallschirmspringer
an dieser Stelle allzu oft ein arrogantes Verhalten zutage.
Am
Ende liegt die Landeverantwortung auf Seiten der Hochgeschwindigkeitskappenpiloten
und kann nicht abgegeben werden. Das wäre sonst allzu naiv.
Text:
Jürgen Mahle Mühling
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Plü,
Team
Free Flight ParateC
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3.
Stellungnahme von Plü zu Mahles
Artikel, sowie weitere Erläuterungen
Zunächst
einmal möchte ich vehement darauf hinwiesen, dass ich keinesfalls
ein Übereinandergeraten
von langsam und schnell fallenden Gruppen in Kauf nehme. Das habe
ich nirgendwo erwähnt und auch nie in Betracht gezogen. Ganz
im Gegenteil, um dieses zu verhindern, sind ja gerade die 50%
Mehrabstand angesetzt. Ich habe lediglich darauf hingewiesen,
dass, sollte es zu einem Übereinandergeraten
durch unkontrolliertes Schmieren im Freifall kommen,
es in diesem Falle sicherer ist, wenn die Freeflyer zuerst gehen,
da diese dann schon 25 Sekunden am Schirm hängen und man
sich nicht im Freifall bei der Separation begegnet, wie es bei
der konventionellen Absetzreihenfolge der Fall wäre.
Natürlich
gehe ich auch nicht davon aus, dass alle
Springer mit schnellen Fallraten auch sehr hoch beladene Schirme
haben. Die Verteilung der Schirmgrößen in einem Load
ist natürlich chaotisch. Dennoch ist mehr Platz für
jeden immer noch besser als weniger (siehe Erläuterungen
weiter unten).
Überhaupt
nicht einordnen kann ich Mahles Aussage, wie sich die Lage schon
verbessern soll, wenn alle zum abgemachten
Zeitpunkt abspringen und nicht ewig in der Türe abhängen.
Da mir hier jeglicher Zusammenhang fehlt, kann ich das leider
nur sachlich unkommentiert stehen lassen und vielleicht seinem,
vom Wunsch des nach Hause Kommens geprägten, AFF-Lehrer Dasein
anlasten, was allerdings noch kein Grund zum Drängeln sein
sollte. Denn, wie ist sein eigenes Rezept gegen unkontrolliertes
Driften: Da hilft nur
mehr Exitabstand
Zur
Aussage, die erwähnte scheinbare
Innovation der Höhenseparation ist dabei völlig deplatziert,
da sie sich auf den Horizontalflug bezieht fällt
mir ein, dass es mir genau darum geht, um den Horizontalflug am
Schirm!
Natürlich
tritt diese nur zwischen dem letzten
Schnell- und dem ersten Langsamfaller auf. Diese
Tatsache zieht aber dennoch das ganze Feld auseinander. Im Gegensatz
zur umgehrten Reihenfolge, bei der das Feld gestaucht wird (siehe
Darstellungen weiter unten).
Das
Argument, in den USA wissen sie es
besser, also machen wir das genauso, ist ein altes
und wird auch dadurch nicht besser, dass man es immer wieder aufwärmt,
ohne es zu belegen.
Eloy
ist dabei übrigens mein Lieblingsbeispiel. Als ich 2001 zum
Teamtraining in Eloy war, gab es einen sehr bekannten Achter,
der immer vorging und nach der Öffnung in der Bremse hing,
um sich so zum gemeinschaftlichen Synchronhooken zu sammeln (wichtiger
Aspekt für eine sichere Absetzreihenfolge!). War man nun
als Freeflyer hinter diesem RW-Achter, oder noch schlimmer, es
war dazwischen noch ein RW-Vierer, dann hatte man nach der Schirmöffnung
kaum mehr eine Chance auf einen freien Anflug, da von unten alles
dichtgemacht wurde und beim Warten auf eine freie Lücke,
die nächsten schon von oben Druck machten. Um die Sache noch
ein wenig zu verschärfen, baute man mitten auf der Landewiese
einen Carving-Parcours auf, der mit 90 Grad zur allgemeinen Landerichtung
angeflogen werden sollte. So
dauerte es auch nur einige wenige Tage, bis sich die ersten in
die Quere kamen und dies zu zwei Unfällen mit Schwerstverletzten
führte. Hier machte dann auch die Option, die 2., die Schülerlandewiese
zu benutzen, wirklich Sinn. Auf diese wurden wir verwiesen, wenn
uns die Landesituation nicht passen würde. Mehr wollte man
uns dazu nicht sagen. Wahrscheinlich um das Local-Team nicht maßregeln
zu müssen. Davon abgesehen, ist Eloy auch nicht gerade dafür
bekannt, dass es hier besonders wenige Tote gibt, oder?! Einige
wurden sogar erst Stunden später verblutet in der Wüste
gefunden, weil man sie einfach vergessen hatte. Ich für meinen
Teil kann dieser amerikanischen Art Sicherheit zu gewährleisten
und dieser ständig pauschalisierten, wenig hinterfragten
Vorbildfunktion nicht viel abgewinnen.
Aber
wie schreibt Mahle so beruhigend: Das
ist aber ja auch unsere hochgepriesene Freiheit und Eigenverantwortung,
selbst einzuschätzen wann was geht und was nicht.
Oder: Am Ende wird es die Übersicht
und das Können des Schnellfliegers beweisen müssen
.
Schön und gut, aber wer fragt da eigentlich die unschuldig
Verletzten. Dass es immer wieder Leute geben wird, die sich verschätzen,
kann wohl niemand bestreiten oder verändern. Haben sie jedoch
mehr Platz für diese Fehler, ist die Wahrscheinlichkeit eines
daraus resultierenden Unfalls jedenfalls geringer. Widersprüchlich
erscheinen mir die Aussagen :Keine
der mir bekannten Springerlandewiesen
ist dabei so klein,
dass es zwangsläufig zum genannten Verkehrschaos kommen muss
.Eng
wirds eigentlich immer nur dann, wenn zwei oder mehr Springer
zuviel Ego an den Tag legen. Weiter dann ironisch:
Aber das ist ja so noch nie vorgekommen
.
Weiter unten: Dazu kommt die notwendige
Geschwindigkeitserhöhung zur Landung dieser hoch beladenen
Kappen. Der dabei benötigte Luftraum steht oftmals in keinem
Verhältnis zum herrschenden Landeverkehr. Dabei bestehe ich
hier nicht einmal auf die existierenden Vorfahrtsregeln.
Also
was denn nun; gibt es nun Probleme mit der Dichte des Luftraums
beim Landeanflug oder nicht?
Die
Tatsache, dass die Schirme immer kleiner und schneller werden
und man deshalb immer mehr Platz benötigt, ist nun mal Fakt
und wird sich wohl in Zukunft noch weiter in diese Richtung entwickeln.
Weltweit und sogar von offizieller Seite wird das Swooping, das
bis vor kurzem noch auf einigen Plätzen verboten
war, begrüßt und gefördert. Dabei meine ich hier
nicht nur das Wettkampfgeschehen, sondern die vielen Hobbyhooker,
die sich von dieser interessanten Fassette unserer Sportart, just
for fun, anstecken lassen. Zu bremsen ist diese Entwicklung
nicht mehr. Deshalb ist es schon länger überfällig,
Flexibilität zu zeigen und alte Strukturen den neuen Gegebenheiten
anzupassen.
Das
militant beharrliche nein, bloß nicht, von Leuten,
die noch nie ausprobiert haben, wovor sie sich so vehement wehren,
wird mir langsam unheimlich! Ist es nicht gerade die alte Weisheit,
probieren geht über studieren, die in unserem
Sport die Entwicklung vorantreibt?!
Es
gibt mittlerweile eine Reihe von Artikel, die sich mit dem Thema
Absetzreihenfolge beschäftigen. Der bekannteste und
auch fundierteste wird wohl der des Physikers John Kallend sein.
Die meisten, wie auch er kommen zu dem Fazit, dass es die einfachste
Lösung sei, wenn die Bauchflieger vorgingen, da deren Abdrift
am größten ist und somit ein natürliches Übereinanderdriften
der verschiedenen Freifallarten ausgeschlossen ist. Aber auch
er kommt zu der Erkenntnis, dass die Gefahr des Übereinanderdriftens,
wenn Freefly vorgeht, durch mehr Abstand zu beheben ist. Er hat
dafür sogar eine Formel entwickelt. Mehr dazu jedoch weiter
unten.
Bei
allen mir bekannten Artikeln zu diesem Thema, wie auch bei John
Kallend, fällt allerdings auf, dass der Sprung mit der Schirmöffnung
zu Ende zu sein scheint. Denn hier hören bei allen Autoren
die Studien auf. Und bis hierher ist auch alles meist schlüssig
und physikalisch richtig dargestellt. Nur sollte man sich darüber
im Klaren sein, dass erst jetzt die statistisch gefährliche
Phase des Fallschirmsports beginnt. Dies wird von den Autoren
jedoch nicht in den Zusammenhang mit der Absetzreihenfolge gestellt.
Dass die Absetzreihenfolge einen erheblichen Einfuß auf
den zur Verfügung stehenden Luftraum am geöffneten Schirm
hat, wird in den mir bekannten Artikeln nicht behandelt.
Mein
Artikel im FF-Express ist aus der Idee entstanden, den Luftraum
für die Schirmfahrt auseinander zu ziehen und für alle
größer zu gestalten.
Dies
ist aus meiner Sicht dringend notwendig, da sich die meisten Unfälle
hier ereignen. Dabei geht es nicht immer nur um direkte Kappenkollisionen.
Viele Unfälle entstehen, um eine drohende Kollision in Bodennähe
zu verhindern oder aus Überforderung bei der Landeanflugeinteilung,
wenn auch andere zur gleichen Zeit die Landewiese erreichen. Dabei
hat dieses Risiko nichts mit der Schirmgröße zu tun!
Mit
den folgenden Darstellungen möchte ich schematisch zeigen,
wie sich die Absetzreihenfolge positiv, wie auch negativ, auf
die Größe des zur Verfügung stehenden Luftraumes
für die Schirmfahrt auswirkt.
Die
1.Grafik stellt einen Absetzvorgang aus 4000m Höhe gegen
den Wind dar. Es herrscht eine Schwachwindsituation. Daraus folgt,
dass der Exitabstand der vier Gruppen 10 Sek. beträgt.

Es
handelt sich um 4 homogene Gruppen. Das heißt, dass sie
alle die gleichen Fallraten (also entweder 4 FF-Gruppen oder 4
RW-Gruppen) haben und alle in der üblichen Höhe ihre
Schirme öffnen.
Die
Darstellung ist zum Zeitpunkt der Schirmöffnung der letzten
Gruppe.
Zu
erkennen ist, dass von der Schirmöffnung der ersten bis zur
Schirmöffnung der letzten Gruppe 30 Sekunden vergehen, und
dass es zwischen den Gruppen, aufgrund der verstrichenen Zeit
zwischen den Schirmöffnungen, zu einer Höhenstaffelung
kommt, bei der die Ersten am tiefsten und die Letzten am höchsten
hängen. Natürlich kann es vorkommen, dass es nicht immer
zu einer, so wie der hier dargestellten, eindeutigen Höhenseparation
der einzelnen Gruppen kommt, wenn einige in Höhen außerhalb
des normalen Rahmens ihre Schirme öffnen. Dennoch bleibt
ein aufgespannter vertikaler Luftraum von 30 Sekunden. Die Höhe
des Luftraumes in Metern darzustellen ist eine sehr komplexe physikalische
Aufgabe, die so viele Parameter besitzt, dass dies hier keinen
Sinn machen würde.
Diese
30 Sekunden sollen lediglich als Verhältniszahl zum Vergleich
mit den folgenden Darstellungen dienen.
Die
2.Grafik, langsame Gruppen zuerst,
geht von den gleichen Grundannahmen wie die erste aus. Jedoch
handelt es sich jetzt nicht mehr um 4 homogene Gruppen,
sondern um 2 RW-Gruppen, die voraus
und
2 FF-Gruppen, die hinterher gehen. Zu sehen ist, dass die 1. FF-Gruppe
zur gleichen Zeit wie die vorausgegangene RW-Gruppe den Schirm
öffnet und deshalb auch auf gleicher Höhe hängt.
Erfahrungsgemäß öffnet die FF-Gruppe sogar noch
ein wenig früher als die RW-Gruppe, so dass man sich, bezogen
auf die Höhe, meist zwischen den beiden vorangegangenen RW-Gruppen
befindet. Dies staucht den zur Verfügung stehenden Luftraum
auf 20 Sekunden zusammen. Auch eine Höhenseparation zwischen
den einzelnen Exitgruppen ist nicht mehr erkennbar. Das führt
dazu, dass der Luftraum voller ist, als in dem homogenen Feld
aus der 1. Grafik. Da sich nun alle auf annähernd gleicher
Höhe befinden, beginnt nun der chaotische Landeanflug, bei
dem sich einige runterkurbeln,
andere hier und da ein wenig kurbeln und man bis zuletzt
nicht abschätzen kann, wer denn nun so alles zur gleichen
Zeit im eigenen bodennahen Endanflug auftauchen wird.


Die
3.Grafik, schnelle Gruppen zuerst, dreht diese Situation
um. Hier gehen nun die FF-Gruppen zuerst und die RW-Gruppen hinterher.
Die 5 Sekunden Extraabstand zwischen den Freeflyern und der
ersten RW-Gruppe dienen dazu, die in meinem FF-Express-Artikel
ausführlich erläuterte Mehrabdrift zu kompensieren.
Die Grafik zeigt, dass nun ein Raum von 45 Sekunden aufgespannt
wird. Dafür ist die höhere Fallgeschwindigkeit der Freeflyer
verantwortlich. Diese bewirkt, dass zu den 15 Sekunden Exitabstand
die 10 Sekunden längerer Freifall der RW-Gruppe addiert wird.
Somit dauert es 25 Sekunden von der Schirmöffnung der letzen
FF-Gruppe, bis zur Öffnung der ersten RW-Gruppe. Diese Schnittstelle
entzerrt den Raum für den gesamten Load so dermaßen,
dass es zu einem Verhältnis von 45Sek./20Sek. kommt und sich
somit ein mehr als doppelt so großer Luftraum aufspannt.
Des Weiteren ist nun auch eine klare Landestaffelung zwischen
den Gruppen möglich, da diese nun eine eindeutige Höhenseparation
aufweisen, die meist eine deutliche Landereihenfolge vorgibt.
Natürlich
muss man immer davon ausgehen, dass die Schirmgrößen
in einem Load chaotisch sortiert sind. Das lässt sich nun
einmal nicht beeinflussen. Dennoch ist ein entzerrter Luftraum
für alle Beteiligten immer die bessere Variante, als ein
gestauchter. Er lässt einfach mehr Platz für Fehler
aller.
Zudem
zieht diese Variante den Luftraum soweit auseinander, dass es
auch für höher hängende, kleine Schirme meist kein
Problem ist, den wesentlich tiefer hängenden zuerst landen
zu lassen. Und wenn dies nicht möglich ist, sind Überholvorgänge
in einem größeren Luftraum immer noch besser und sicherer
als in einem gestauchten, vollen Luftraum.
Die
4.und 5.Grafik stellen die verschiedenen Reihenfolgen nun in den
Gesamtzusammenhang mit einem alltäglichen Loadprofil.


In
Grafik 4 ist zu erkennen, dass die Freeflyer, die hier hinterher
gehen, eigentlich nicht hinterher gehen, sondern in der Mitte,
zwischen den Bauchfliegern, das Flugzeug verlassen. Denn auch
der Schüler, der etwas höher zieht oder AFF und Tandems
mit und ohne Video sind auf dem Bauch unterwegs und unterliegen
der größeren Abdrift. Auch sie müssen eine eigene
freie Luftsäule bis zum Boden garantieren, da niemand weiß,
ob sie wirklich in der vorgesehenen Höhe öffnen werden
oder vielleicht auf Grund einer Reserve tiefer fallen, als die
vorangegangenen Freeflyer oder die Freeflyer eine vorzeitige Öffnung
haben. Diese Ansicht teilt übrigens auch John Kallend mit
mir und hebt diesen Sicherheitsaspekt besonders hervor.
Das
bedeutet für den Absetzvorgang, dass es diese Schnittstelle,
bei der Bauchflieger nach Freeflyern gehen, so oder so, fast in
jedem Load gibt. Es kommt nur darauf an, wo man sie am geschicktesten
platziert.
Interessant
ist, dass dies schon immer so praktiziert wurde und niemand damit
ein Problem hatte, dass Bauchflieger nach Freeflyern gehen. Sollen
diese Bauchflieger aber nicht Schüler, AFF und Tandems, sondern
lizenzierte RWler sein, dann ist dies auf einmal unglaublich gefährlich
und praktisch nicht durchführbar. Für die einen sind
es die nicht zu berechnende Abdriftunterschiede, für die
anderen ist es einfach nicht sicher genug, dass die RWler sich
auch immer an den vorgeschriebenen Mehrabstand zu den vorausgehenden
Freeflyern halten werden. Interessanter Weise traut man dies aber
dem unerfahrenen Schüler zu und lässt ihn immer munter
nach den Freeflyern springen.
Wenn
diese Schnittstelle sowieso vorhanden ist, ist es meiner Meinung
nach doch wesentlich geschickter sie nach vorne zu verlegen, da
man so den Vorteil des wesentlich größeren Luftraums
am geöffneten Schirm hat, sowie erfahrene, lizenzierte RWler,
die alle Male ein besseres Zeitgefühl für den notwendigen
Mehrabstand entwickelt haben, als ein Springer im Schülerstatus.
Erwähnen
möchte ich auch noch, dass ich die von mir und meinem Team
in weit mehr als 1000 Sprüngen erprobte Regel bezüglich
des 50%igen Mehrabstandes nicht als Maß der Dinge sehe.
Für die, die es gerne kompliziert mögen, hat John Kallend
dazu eine theoretische Formel errechnet, die besagt, dass man
für Freeflyexits an sich 4 Sekunden und für je 10 Knoten
Höhenwind 2 Sekunden Mehrabstand halten sollte. Diese Berechnungen
halte ich für genauso richtig, wie unsere erprobte Regel.
Einzig der von ihm für Nullwind-Exits vorgesehene Abstand
von 6 Sekunden erscheint mir aufgrund des möglichen Schmierens
im Freifall, gerade beim Freefly, ein bisschen zu wenig. Hier
bin ich für entspannte 10 Sekunden.
Aber
es gibt noch ein weiteres enormes Erfahrungspotential bezüglich
des bei verschiedenen Winden zu haltenden Mehrabstandes. Das unserer
Lehrer, die Schüler, die schon alleine unterwegs sind, briefen
und ihnen natürlich den, dem jeweils am Sprungtag herrschenden
Winden angepassten, Mehrabstand zu den Freeflygruppen errechnen.
Sowie das gewaltige Erfahrungspotential der AFF-Lehrer und der
AFF- und Tandem-Videoleute, die ja bei jedem Sprung nach einem
Freeflyer wissen, wie groß ihr horizontaler Abstand zu diesem
am Schirm ist.
Sollte
die Sache mit der unterschiedlichen Freifalldrift wirklich ein
schwer lösbares Problem sein, hätte man schon von vielen
Klagen oder Unfälle aus diesem Bereich hören müssen.
Dem ist aber wohl nicht so!
Zum
Schluss
möchte ich darauf hinweisen, dass die Diskussion für
mich hiermit nicht beendet ist.
Daher
freue ich mich über konstruktive Kommentare und Anregungen,
die ich gerne hier veröffentlichen werde.
Die
Meckeradresse lautet: michaelplue@gmx.de
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Datum
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Kommentar
von:
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Kommentar
des Teilnehmers
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25.01.05
|
Johan
van Stappen
(geb.
1953, springt 1973-2004; USPA-AFF-Lehrer 1983-1998;
WM/WC-Teilnahme
RW/FS 1978-79-81-82-87; WC-Teilnahme CC/CF 1980 Z-Hills, jeweils
als
Nationalteam-Captain; Teilnahme an versch. WR in RW/FS und CC/CF;
Heutzutage
Oldie in Marl...)
42477 Radevormwald
van.stappen@arcor.de
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Gratuliere,
Plü !..
zu
deiner ausführlichen und wissenschaftlich korrekten Erklärungen
!
Ich
bin auch der Meinung, dass hiermit eine wesentliche Verbesserung
der
gemeinsame Sicherheit zu erreichen wäre.
Die kontroverse, gegensätzliche Meinung ist wohl auch aufrichtig
bemüht
um
eine bessere Sicherheit, aber leider zu sehr durchsetzt mit allgemeine
Ratschläge über Verantwortung des "schnelleren Schirmfliegers".
Sehr
richtig war es, auch mal die Schirmphase "nach Öffnung"
mit in Betracht
zu ziehen, weil es deutlich mehr Probleme damit
(und
Unfallberichte darüber)
gibt. Das alte Dogma "vertikale Separation ist keine Separation"
ist so
einfach nicht mehr aufrecht zu halten.
Ich
würde es begrüßen, wenn du deine schlüssige
Theorie auch noch
erweitern
würdest um Betrachtungen über sicherheitsfördernde
Aspekte des
"Bodenbereiches" (Endanflug, Drehrichtung(en), getrennte
Landebereiche
(mit
z.B. entgegengesetzte Platzrunden ?) in kurzen Abstand, u.s.w.).
Damit gäbe es einem kompletten und abschließenden Bild
einer verbesserte
Sprungsicherheit vom Exit bis zur Landung. Ich
freue mich drauf.
Blue
Skies & Happy Landings,
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